GEORG SACHER
MALEREI
ZWISCHEN DEN WELTEN
Eine Welt, die nicht die Leidenschaft dessen weckt, der in sie eintritt, ist keine. Mit bloßem Einsickern ist es nicht getan. Der Mensch, der wie ein Karst ist, muss seine unterirdischen Flüsse bilden und sie sollen ungeheuer und unerwartet ans Tageslicht treten.
ELIAS CANETTI
Meine Begegnung mit den Kulturen Neu Guineas
In einer Ausstellung des Museums für Völkerkunde in Dresden wurde ich 1992 intensiv mit Kunst aus Ozeanien konfrontiert. Der daraus resultierenden Auseinandersetzung mit dieser Kunst und insbesondere mit der Kunst und Kultur Neu Guineas, folgte 1996 meine erste Reise nach Papua- Neuguinea. Alles was ich dort vorfand war für mich neu, spannend und aufregend gleichermaßen. Mein erster und auch alle weiteren Aufenthalte auf Neu Guinea, der zweitgrößten Insel der Welt, verlangten mir sowohl in körperlicher als auch in jeder anderen Hinsicht das Äußerste ab. Klima, Essgewohnheiten, die sehr anstrengende Art des Reisens und nicht zuletzt die in vielen Situationen völlig anderen Verhaltensweisen der Einheimischen trugen zwingend zur Umstellung von Körper und Geist bei. Der Lernprozess fand täglich statt und war immens. Das Aufeinandertreffen sehr gegensätzlicher Kulturen - für mich das aufregendste Ereignis in meinem Leben. Das schlug sich in der Folge auch in meinen Arbeiten nieder. In gleichem Maß, wie sich die Welt in meinem Kopf und darüber hinaus in meinem ganzen Körper änderte, veränderte sich auch meine Art des Gestaltens. Die Bilder wurden größer, mehrteilig und unterschieden sich inhaltlich völlig von dem was ich bis dahin gemacht hatte. Galt es doch für mich, etwas von dem was ich dort vor Ort sah, fühlte, dachte und manchmal nur ahnte, gepaart mit dem was ich mir über vielerlei Quellen an Wissen angeeignet hatte, Bildgestalt werden zulassen. Die in Südostasien und auf Neu Guinea vorhandenen Kulturen, die dort lebenden Menschen, ihre Art den Tag zu gestalten und ihre Kunst, haben mich dermaßen in ihren Bann gezogen, dass ich mir auch in Zukunft meine Arbeit ohne diese Begegnungen weitab unserer Zivilisation nicht mehr wegdenken kann.
Georg Sacher